Krippentante

Die Woche sind die Mütter fort,
die Väter nicht daheim.
Ich bin die Tante von der Krippe,
muß vielen Eltern sein.

Habe 10 Jungs, wenn die laut schrein,
dann fällt das Dach der Krippe fast ein.
Mädchen dagegen, selbst wenn sie klein,
können viel leiser und artiger sein.

Montags früh noch weinen sie,
abends, wenn sie müd,
nennen sie mich liebe Tante,
wünschen sich ein Lied.

Heia-Popeia, was raschelt im Schnee?
Das ist die Katze, die hat weiße Zeh'.
Heia-Popeia, was bellt in der Nacht?
Das ist der Hund, der die Katze bewacht.

Freitags morgens spähn die Kinder
schon zur Tür hinaus,
kommen ihre Eltern,
holen sie zu sich nach Haus.

Kommen mit Auto, kommen zu Fuß,
kommen ganz stur, kommen mit Gruß,
kommen wie Eltern, kommen wie Fremde,
und wie sie kommen, spricht über sie Bände.

Freitags abends sind die Räume leer,
das Lachen fehlt,
und die Puppen liegen da,
stumm und unbeseelt.

Dann geh ich auch, und ich gesteh',
daß ich nicht allzu gern geh,
freu mich, am Montag wieder Tante zu sein,
ich liebe sie alle, auch wenn sie nicht mein.

Text und Musik: Herkunft unbekannt
Arrangement: Jürgen Langhans. Karlsruhe 1994


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