Elf "böse" Kinderlein

11 böse Kinderlein, die woll’n nicht schlafen gehn.
Sie schauten sich ‘nen Krimi an, dann waren’s nur noch zehn.

10 böse Kinderlein, die hatten schlimme Träume.
Der eine wachte nicht mehr auf, da waren’s nur noch neune.

9 böse Kinderlein, die hab’n ins Bett gemacht.
Der eine hielt den Duft nicht aus, da waren’s nur noch acht.

8 böse Kinderlein, die hatten’s übertrieben.
Sie kloppten sich die ganze Nacht, da waren’s nur noch sieben.

7 böse Kinderlein, die ärgerten eine Hexe.
Die Hexe nahm den Zauberstab, dann waren’s nur noch sechse.

6 böse Kinderlein begannen sich zu lieben.
Der eine wußte, wie man’s macht, - da waren’s wieder sieben!

7 böse Kinderlein zerschnitten die Stromleitung.
„Hier ruht ein mut’ger Elektriker.“ stand morgens in der Zeitung.

6 böse Kinderlein, die stopften gerne Strümpfe.
Dem einen rutscht’ die Nadel aus, da waren’s nur noch fünfe.

5 böse Kinderlein, die quälten gerne Tiere.
Das eine war ein Krokodil, da waren’s nur noch viere.

4 böse Kinderlein, die tranken ganz viel Bier.
Dann aßen sie den einen auf, da waren’s nicht mehr vier.

3 böse Kinderlein, die hatten sich gestritten,
als sie sich danach durchzählten, vermißten sie den Dritten.

2 böse Kinderlein, die kotzten in den Eimer
und stülpten ihn sich über’n Kopf, dann lebte nur noch einer.

1 böses Kindelein, das lebt nun ganz alleine
und denkt, die Welt ist schön, böse Kinder gibt’s hier keine.

Kein böses Kindlein lebt nun mehr auf dieser Welt.
Da haben wir geschafft, was den Erwachsenen gefällt.

Doch bald in 100 Jahren flehen wir: „Oh Gott, so hilf!“
Wir beten für die Kinder, daß sie werden wieder elf.

Musik: trad., Text und Arrangement: Jürgen Langhans. Karlsruhe, 21. November 1996


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