Schlaflied für Mutti

An meiner Wohnungstür in der Hörgelstraße 24a stand eines Tags dieses Mädchen, fragte mich, ob ich eine Haushilfe bräuchte, und wir kamen ins Gespräch. Sie könne auch Türen knacken, ... "Was, Du schreibst Schlaflieder? Sind das die, damit die Muttis besser einschlafen können?" - Das war die Idee!

Schlafe,schlafe,
liebe Mutti,
schlafe ein und träum von mir,
und wenn du nicht einschlafen kannst,
leg ich mich ganz still zu dir.

Ich weiß, ich war heut ganz schön frech, („ich will das nicht essen!“)
aber nur ein kleines bißchen!
Ab morgen bin ich nur noch lieb,
‘s ist versprochen, hier ein Küsschen! („Schmatz!“)

Der Vati soll das Frühstück machen („wo ist denn bloß wieder die Butter!“)
gleich nachdem er früh aufwacht.
Und wenn er nicht aus der Knete kommt,
kuscheln wir bis früh um acht.

Ich will so gern die Schule schwänzen,
will mal nach Fantasia gehn
und im Land vor unserer Zeit
Little Foot und Scharfzahn sehn.

Ich weiß, ich krieg ein Brüderchen,
das strampelt schon in deinem Bauch.
Du mußt ganz ruhig liegen bleiben,
und dann schläft das Brüderchen auch.

Streichel, streichel, liebe Mutti,
schlafe ein, ich lieg bei dir,
und wenn deine Augen zu sind,
träumst du ganz bestimmt von mir.

©Jürgen Langhans. Karlsruhe, 15. November 1996
mitgemacht haben auch Ecki Roscher und Rebecca Hesse


MP3 reduziert