Leseprobe 2 aus dem Kapitel "Die Landung"

... „Doch, ich habe die Milchstraße von innen gesehen, bin bis zum Orionnebel geflogen, und dann noch zum Blubberstern und mitten durch den Beteigeuze! Und dann mußte ich umkehren, weil ich mein Butterbrot vergessen hatte ... Ich hab Hunger!“ flehte Florian verzweifelt ...

... Die Kinder hatten nicht bemerkt, daß inzwischen der Lehrer bei ihnen stand und dem seltsamen Geschehen schon einige Zeit mit verwunderten Augen zusah. „Der Lehrer ist bestimmt schon sehr alt“, dachte Florian, „und er sieht aus wie mein Uropa, er hat ja ganz weißes Haar, aber leuchtende Augen.“

Lehrer

„Gut. Florian. Welches Jahr haben wir?“ „1998.“ Und weil keiner etwas sagte: „Neun-zehn-hundert-acht-und-neunzig, ja!“ Die Kinder hielten den Atem an. In der Runde war es ganz still. Tin rief: „Der Kleine spinnt!“ Wieder Schweigen. Plötzlich brüllte einer: „Ej, der hat ja Uhr!“ Und der Lehrer fragte Florian: „Wie spät ist es?“ „Hier: zehn Minuten vor um elf. Und außerdem ist heute Mittwoch, ich habe nämlich eine Uhr mit Wochentag und Datum“, fügte er stolz hinzu. In seiner Klasse hatten noch nicht alle Kinder eine solch gute Uhr. „Und welchen Datum wir heute?“ meldete sich ein anderer Junge zu Wort. Der Lehrer fand diese Frage ausgezeichnet und wiederholte sie in richtigem Deutsch für Florian: „Welches Datum haben wir heute?“ Der sagte: „Den neunten September. Da steht's. Und vorgestern bin ich in die dritte Klasse gekommen! Und nächste Woche werde ich neun!“ Sein Hunger war wie weggeblasen.

Der Lehrer betrachtete jetzt sehr genau und fast ein wenig vorsichtig Florians Uhr. „Die geht falsch!“ unterbrach Telo die Stille. „Nein,“ widersprach der Lehrer ganz leise, „ich glaube, diese Uhr hier geht verdammt richtig ...